Mittwoch, 13. März 2013

Die kalte Hand der Liebe

Sitze hinter Fenstern, die die Welt verbergen, aus der ich kam.
Durch diese Fenster schauten schon zu viele zerstörte Seelen hinaus in eine Gesellschaft, welche Andersartigkeit nichtakzeptieren kann.
Ich bin in einer Psychiatrie, in der ich, zwischen Therapie und Schule den halben Tag verbringe. Nun will ich dem Leser einen Einblick gewähren in eine andere Welt. Zu den Mahlzeiten, wo der Geschmack nie den meinigen traf, sitze ich neben Schizophrenie und Borderline.
Selbst wurde meine Diagnose nie korrekt und ohne Umschweife kommentiert.
Identitätskrise soll es sein, doch frage ich mich, ob diese Menschen die dies sagen überhaupt wissen, was der Grund der Andersartigkeit ist.
Und da komme ich zu der Frage, welche sich auch der Leser stellen sollte: Was bedeutet krank?
Kann man sich erlauben wie Gott zu entscheiden?
Gut, ich bin anders und für viele sicher auch ein wenig durchgeknallt, doch nur, weil ich andere Ansichten habe, die für die meisten einfach undenkbar sind.
Rein gekommen bin ich eigentlich ganz einfach, mit schwerwiegenden Stimmungsschwankungen, mit dem Feuer im Auge, weil ich nicht nur rot sondern auch grün trage, weil ich mich schäme zu lügen und weil sich Phantasie und Realität kreuzen.
Und so kam ich rein, lebe auf einmal mit ganz vielen, total verschiedenen Charakteren zusammen und darf sie auch kennenlernen.
Da gab es den einen, den ich nie verstanden habe, er war schizophren und ich mochte ihn.
Dann gibt es meine Freundin, die, wie ich finde , eines der tollsten Mädchen ist, die ich kenne. Andere kamen und gingen wegen Depression, Angst, Magersucht und wie fast alle hir, Suizid.
So lebten wir in einer abgeschlossenen Welt, es ist die unsere und von den Eltern bunt angemalt. Und wenn wir uns dann im Klaren sind, warum so oft Perlen regnen, warum man sich in das Feuermeer stürzt und nicht atmen, noch sehen kann, wenn man nur noch fühlen kann, wie das Herz laut aufschreit, wie das Herz zerspringt, wie jede Faser des Eigenen sich auflöst bis zur Grenze des daseins, dann suchen wir verzweifelt nach einer warmen Hand.
Doch finden nur Schläge in das Gesicht.
So besitzen die Wenigsten von uns die Kraft und Stärke aufzustehen und laut zu schreien.
Doch ich werde so laut schreien, wie ich nur kann und irgendwann habe ich diesen schreklichen Kampf gewonnen.
Und werde, leben.



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